Robert Genin
(1884–1941)
Russischer
Expressionist
in München



28. März bis 30. Juni 2019

Robert Genin, Selbstportrait, um 1922, Pastell auf Papier, Berlinische Galerie,
© Foto: Kai-Annett Becker / Berlinische Galerie

Robert Genin
Landschaft


vor 1914, Pastell
Bleistift und Kohle auf Papier
Von der Heydt-Museum Wuppertal

Robert Genin
Holzträgerinnen


um 1912, Tempera auf Malkarton
Privatsammlung St. Petersburg

Robert Genin
Witwe


1915, Öl auf Leinwand
Ralph Jentsch, Berlin / Rom

Robert Genin
Leidende


1918, Pastell auf Malkarton
Privatsammlung St. Petersburg

Robert Genin
Balinesin I


um 1926, Öl auf Leinwand
Stiftung Im Obersteg
im Kunstmuseum Basel,
Foto: Martin P. Bühler

Robert Genin
Der Maler


1930, Öl auf Leinwand auf Holz
Privatsammlung St. Petersburg

Robert Genin
Liegender Akt


um 1928, Öl auf Leinwand
Kunstforum Ostdeutsche
Galerie Regensburg
Vor sechs Jahren kam es zum ersten Kontakt zwischen dem Schloßmuseum Murnau, dem Genin-Experten und Sammler Alexej Rodionov und Ralph Jentsch, der als junger Galerist Robert Genin wiederentdeckt und bereits 1969, 1977 sowie 1980 Genin-Ausstellungen realisiert hatte.
Die Idee, Genins fast vergessenem Werk unter heutigen Gesichtspunkten zu begegnen und einen großen, repräsentativen Teil seiner Gemälde und Grafiken zusammenzuführen, übte – vom Sammlungs- und Ausstellungsschwerpunkt des Schloßmuseums Murnau aus mit einem stets vergleichenden Blick auf Wassily Kandinsky, Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin gesehen – einen großen Reiz aus. Genins Biografie – er zählte zu den „Feindstaatenausländern“, die Deutschland zu Beginn des Ersten Weltkriegs nicht verließen – ist innerhalb der russischen Künstlergemeinschaft Münchens außergewöhnlich.

Der Maler lebte seit 1902 in München, Berlin und Paris, war Mitglied der Künstlergruppierungen SEMA, der Neuen Münchner Secession und der Berliner Secession und pflegte u. a. Kontakte zu Paul Klee, Wassily Kandinsky, Alexej von Jawlensky und Marianne von Werefkin.

Die Auseinandersetzung mit ihm und seinem Oeuvre erwies sich als spannend und erbrachte wertvolle neue Erkenntnisse zu seinem Werk sowie ganz allgemein zum Leben russischer Künstler in München vor und während des Ersten Weltkriegs.

Genins Werke, die über die ganze Welt verstreut sind und zum Teil noch immer als verschollen gelten, kommen für diese Retrospektive aus den Museen und Privatsammlungen in Deutschland, der Schweiz, Italien und Russland nach Murnau. Erstmals wird sein Werk in der ganzen Vielfalt gezeigt, vom frühen Jugendstil über den Neoklassizismus bis zum Expressionismus.

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Begleitband in deutscher beziehungsweise russischer Sprache mit Beiträgen von Christine Hopfengart, Henriette Mentha, Ralph Jentsch, Alexej Rodionov und Bernd Fäthke.

Die Ausstellung wird gefördert von der Ernst von Siemens Kunststiftung, München.