Malerei im 19. Jahrhundert

Bereits vor 1800 entdeckten Münchner Maler die poetischen Reize der Natur für ihre Kunst.

Beeinflusst vom aufgeklärten Gedankengut eines Jean Jacques Rousseau und mit wachem Auge für die malerischen Schönheiten des Alpenvorlandes gingen sie aus der Stadt hinaus in die Natur. Sie suchten sich nun hier ihre Motive, statt – wie bisher – nach traditionellen Vorbildern komponierte Ideallandschaften im Atelier zu malen.

Neben zahlreichen Münchner Malern, wie z. B. Eduard Schleich d. Ä., Adolf Lier und Carl Spitzweg, fanden auch "Nordlichter" wie Wilhelm Busch und Christian E. B. Morgenstern, ihre Motive in der reizvollen Alpenvorlandschaft. Ihre vor Ort skizzierten Natureindrücke leiteten eine neue Landschaftsauffassung ein, die eine atmosphärische Dichte von großer Naturnähe erreichten.

Auch zwei aus Murnau stammende Maler schlossen sich den Kreisen der Münchner Maler an: Johann Michael Wittmer II. und Philipp Sporrer. Johann Michael Wittmer II. folgte der von der Münchner Akademie der Bildenden Künstler vertretenen Historienmalerei, die nach klassischen Vorbildern die Darstellung von Ideallandschaften verlangte. Der zweite, Philipp Sporrer, nahm sich den Münchner Genre- und Landschaftsmaler Carl Spitzweg zum künstlerischen Vorbild.

Eduard Schleich d. Ä., Blick vom Herzogstand nach Nordwesten, um 1850, Öl auf Holz, Dauerleihgabe der Christoph Heilmann Stiftung an der städt. Galerie im Lenbachhaus, München

Eduard Schleich d. Ä., Blick vom Herzogstand nach Nordwesten, um 1850, Öl auf Holz, Dauerleihgabe der Christoph Heilmann Stiftung an der städt. Galerie im Lenbachhaus, München

Johann Michael Wittmer, Rast an einem Brunnen, 1866, mit Selbstbildnis Wittmers und seiner Frau, Öl auf Leinwand, Schloßmuseum Murnau
Philipp Sporrer, Mann in zusammenbrechendem Bett, 1880, Öl auf Leinwand, Leihgabe aus Privatbesitz
Markt Murnau am Staffelsee
© Schloßmuseum Murnau