Nikolaus Lang

SPUREN

Mit Beiträgen von Eugen Blume, Walter Grasskamp, Günter Metken
und Brigitte Salmen
Schloßmuseum Murnau, bearb. von Brigitte Salmen
Murnau am Staffelsee 2009
110 Seiten, 53 Farb.-Abb., 7 SW-Abb.
Sonderpreis
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ISBN: 978-3-932276-35-4
Nikolaus Lang (*Oberammergau 1941) zählt zu den bekanntesten deutschen Vertretern der Kunstrichtung "Spurensicherung". Er spürt naturgeschichtlichen und kulturgeschichtlichen Erscheinungen nach, sammelt deren Überlieferungen und Fundstücke und verleiht ihnen durch minutiöse Bearbeitung und sensible Zusammenstellung neue Würdigung und Qualität. Beispielhaft für sein Werk ist das Projekt "Für die Geschwister Götte" (1973/74) und die daraus hervorgegangene Arbeit "Für Frau G., Nachlaß-Lebensmittel und religiöser Hort" (1981/82).



Lang, der 1981 den Hof der Familie Götte in Bad Bayersoien übernommen hatte, stieß dort auf deren faszinierende Lebensgeschichte und begann, die vorgefundenen Gegenstände  zu katalogisieren und inventarisieren. Arrangiert in der Art einer wissenschaftlich-archäologischen Präsentation in musealem Kontext, ließ die Zusammenstellung spannungsreiche Lesarten einer Interpretation zu. Der geographische Bogen seiner "Spurensicherungen" spannt sich, von der heimischen Region um Murnau und Bad Bayersoien ausgehend, nach Italien bis Australien, wo er sich zwischen 1986 und 1989 und auch später immer wieder monatelang aufhielt und sich mit Arbeiten wie "Sand and Ochre" (1987) und "Imaginary Figurations" (1986-88) u. a. mit dem Leben und dem Naturverständnis der Aborigines auseinandersetzte.



Eine einschneidende Erfahrung bedeutete der Brand des Grundbauernhofs in Bad Bayersoien 2003, in dem er 22 Jahre gewohnt und gearbeitet hatte, und dem der Neubeginn mit der Wiederherstellung eines alten Bauernhauses in Murnau als neuem Lebensmittelpunkt folgte. Aus geretteten Fragmenten früherer Werke sowie aus Funden und Relikten des umgebauten Murnauer Hauses schuf Lang eine weitere eindringliche Spurensicherung. Sie ist Thema und Zentrum dieser Ausstellung.



Werke Nikolaus Langs waren in zahlreichen Ausstellungen zu sehen, darunter in Kassel in der "documenta 6" 1977 und der "documenta 8" 1987, in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, München, und in der Neuen Nationalgalerie, Berlin.



Während der Sonderausstellung werden die Exponate im ersten Ausstellungsraum mehrfach ausgewechselt werden. So sind vom 11. bis 27. Dezember 2009 die Stoffarbeiten ausgestellt. Ihnen folgt vom 29. Dezember 2009 bis 17. Januar 2010 die "Wunderkammer des kleinen Mannes". Danach werden vom 19. Januar bis 7. Februar 2010 die Papierarbeiten (Druckstöcke und Drucke) zu sehen sein und abschließend werden vom 9. bis 28. Februar 2010 "Fundstücke Grundbauernhof und Donisihof - Huntingshill / Roadkill Fragmente" präsentiert. Während der gesamten Laufzeit sind die Farbfelder "Sand und Ocker" und "Malachit und Azurit" zu sehen. Ebenso ein Archivraum, in dem bereits von Anfang an alle Exponate eingelagert sind und aus denen dann die wechselnden Ausstellungsabschnitte zusammengestellt werden.
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