(Un)faßbar

150 Jahre Schäfflertanz in Murnau

Mit Beiträgen von Wolfgang A. Mayer, Brigitte Salmen und Monika Ständecke
Schloßmuseum des Marktes Murnau, bearb. von Brigitte Salmen
Murnau am Staffelsee 2009
107 Seiten, 99 Farb-Abb., 84 SW-Abb.
Preis: 9,90 € zzgl. Versand
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ISBN: 978-3-932276-32-3
Alles dreht sich rund um das Faß: Handwerker, Faßbauer, Tänzer.
Unergründlich: der Ursprung des Schäfflertanzes, der Ursprung in Murnau.
Alle sieben Jahre: ein übersprudelndes Faß voller Lebensfreude. Mit einem Wort: (Un)faßbar.



Zum 150. Jubiläum des Murnauer Schäfflertanzes zeigt das Schloßmuseum Murnau eine Sonderausstellung, die die besondere Geschichte des Schäfflertanzes seit ihren Anfängen in Murnau darstellt. Er wird zugleich eingebunden in die allgemeinere Geschichte des Schäfflertanzes in Bayern mit den Zentren München und Nürnberg. Reiftänze waren als Motiv vielgestaltiger Zunfttänze beliebt und ursprünglich nicht nur den Schäfflern vorbehalten. Der bekannteste Reiftanz ist jedoch der Münchner Schäfflertanz.



In der Ausstellung wird die Tradition des Schäfflertanzes lebendig, ebenso die des damit verbundenen Handwerks. Sie vermittelt die Faszination dieses Tanzes, der seit dem 16. Jahrhundert bekannt ist und besonders in Altbayern vom 19. Jahrhundert an im Brauchtum zahlreicher Orte stetig an Bedeutung gewonnen hat. Die Besonderheit, ihn alle sieben Jahre aufzuführen, prägt bis heute  den Turnus in München, in Murnau und in den meisten Orten. Die Annahme, der Tanz sei wegen der überstandenen Pest in München 1517 entstanden, ist allerdings eine Überlieferung des 19. Jahrhunderts.


Bilddokumente seit dem späten 16. Jahrhundert veranschaulichen die lange Tradition des Tanzes und geben einen Einblick in den damaligen choreographischen Ablauf. Mit Dokumenten, Photographien und Exponaten aus den Tanzjahren der Murnauer Schäffler wird die Entstehung vor 150 Jahren und die Geschichte des Murnauer Schäfflertanzes erzählt, den der "Schaffler-Michl" (Michael Pittrich) zuvor von München nach Murnau brachte, wo er 1859 erstmalig nachgewiesen ist. Dies vor dem Hintergrund, dass damals in Murnau bis zu elf Brauereien existierten und zwei Schäfflerbetriebe (Pittrich und Schambeck) tätig waren, deren Lehrlinge ihre Lehrzeit auch in München verbrachten. Mit der Schäfflerfamilie Pittrich, deren Mitglieder seit etwa 1500 das Schäfflerhandwerk in Murnau noch bis vor zwei Generationen ausübten, bestand zudem eine familiäre Beziehung zu München, da deren Mitglieder seit dem Mittelalter in München nachgewiesen sind. Das Schäfflerhandwerk selbst wird mit einer Werkstatt und deren Erzeugnissen veranschaulicht,  um diesen heute kaum noch existierenden beruflichen Hintergrund bewußt zu machen.



Die Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Verein zur Erhaltung des Murnauer Schäfflertanzes und wurde großzügig unterstützt mit Leihgaben des Vereins, aus Murnauer Privatbesitz, des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg, des Münchner Stadtmuseums,  der Stadtbibliothek Nürnberg, des Theatermuseums München und des Freilichtmuseums auf der Glentleiten, Großweil.

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