Mein Freund, der Maler.

Oskar Maria Graf und Georg Schrimpf

Hrsg. vom Schloßmuseum Murnau des Marktes Murnau am Staffelsee, bearb. von Sandra Uhrig und Christine Ickerott-Bilgic (136 Seiten)
Preis: 25,00 € zzgl. 4,00 € Versand
Katalog bestellen
ISBN: 978-3-932276-61-3
Unter einer „Lampe an zwei Abenden“ erzählt der 35-jährige Georg Schrimpf (1889–1938) 1924 dem Kunsthistoriker Franz Roh sein bisheriges Leben. Zehn Jahre der Malerei als Autodidakt liegen zu diesem Zeitpunkt genauso hinter Schrimpf wie unstete Jahre des Broterwerbs in Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Frankreich, in welchen sich der ausgebildete Konditor u. a. als Koch und Kellner durchgeschlagen hatte.
Den Entschluss Maler zu werden, fasste Schrimpf 1913. Ausschlaggebend war laut Roh u. a. eine Ausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“.

1911 lernt Schrimpf den 17-jährigen Oskar Maria Graf (1894–1967) kennen, der in der elterlichen Bäckerei ausgebildet, nach einer schwerwiegenden Auseinandersetzung mit seinem Bruder nach München geflohen war, um Schriftsteller zu werden. Zu zweit reisten sie u. a. 1913 zum Monte Verità und waren 1918 wegen Verbreitung illegaler Literatur 14 Tage gemeinsam in Polizeigewahrsam. Nach dem Tod von Maria Uhden, Schrimpfs erster Frau, stand ihm Graf in der schweren Zeit zur Seite. 1938, drei Monate nach dem plötzlichen Tod Schrimpfs, emigrierte Graf nach Amerika.

Die Freundschaft zu dem Maler, der im Mai 1916 in Herwarth Waldens Sturm-Galerie in Berlin und bei Goltz in München im Januar 1920 früh künstlerische Anerkennung erhielt, veranlasste Oskar Maria Graf nicht nur zu Rezensionen über dessen Werk, sondern auch zu dessen Person wie in „Minutengeschichten“ und in „Ein barockes Malerporträt“. Im Spiegel dieser Texte und weiterer Dokumente beleuchtet die Ausstellung nicht nur eine großartige Freundschaft, sondern stellt zwei Männer vor, die sich in jungen Jahren kennenlernten, gemeinsam durch bedrückende politische Jahre gingen und deren Werk die Zeitgeschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf eindringliche Weise lebendig werden lässt.
zurück