Murnauer Landschaft / Murnauer Moos



Murnau und seine Landschaft bilden den Ausgangspunkt der ständigen Sammlung:

1. die Entstehungsgeschichte dieser Landschaft
2. die Entwicklung zum in diese Landschaft eingebundenen Ort
3. Einwirkungen von außen, z.B. durch "Sommerfrischler"
4. die künstlerische Auseinandersetzung mit dieser Landschaft

Entstehung der Landschaft um Murnau



Das Museum gibt einen Einblick in die Entstehung der Landschaft um Murnau anhand von geologischen Karten, Gesteins- und Moorproben, Moorkarten und Landschaftsrekonstruktionen. Hier ist u. a. inzwischen der sensationelle Fund des Helvetikum-Bernsteins vom Geotop Langer Köchel, der erste Fossilharzfund
in helvetischen Schichten Bayerns, zu besichtigen. Er entstammt dem aufgelassenen Hartsteinwerk Werdenfels der HOCHTIEF AG am Langen Köchel
im Murnau und Eschenloher Moos (Finder / Fundjahr: P. Brandl, ehemaliger Sprengmeister / 1998).

Murnauer Landschaft / Murnauer Moos



Murnau und seine Landschaft bilden den Ausgangspunkt der ständigen Sammlung. Am Beginn steht ein Einblick in die Entstehungsgeschcihte und die einzigartige Vielfalt der Pflanzen- und Tierwelt am nördlichen Alpenrand mit dem Murnauer Moos. Es folgen Darstellungen traditioneller wirtschaftlicher Nutzung, des industriellen Gesteinsabbau im 20. Jahrundert sowie der Bemühungen um die dauerhafte Entfaltung dieser Landschaft als bedeutendes Naturschutzgebiet.

Bernsteinfund


Im Schlossmuseum ist u. a. inzwischen der sensationelle Fund des Helvetikum-Bernsteins vom Geotop Langer Köchel, der erste Fossilharzfund in helvetischen Schichten Bayerns, zu besichtigen. Er entstammt dem aufgelassenen Hartsteinwerk Werdenfels der HOCHTIEF AG am Langen Köchel im Murnau und Eschenloher Moos (Finder / Fundjahr: P. Brandl, ehemaliger Sprengmeister / 1998).
Bei dem Bernstein handelt es sich um Fossilharz (115 - 95 Mio. J.) aus der Kreidezeit. Schon damals wirkte ausgeflossenes Harz wie ein Fänger für Schwebpartikel und Insekten; in seinen gläsernen Särgen blieben viele ausgestorbene Arten konserviert. Die Harzknolle wurde durch Meeresströmungen von der Küste hinaus auf den Schelf verdriftet; vermutlich haftete sie an Treibholz. Nach der Trennung vom Transportmittel sank sie auf den Meeresgrund hinab. Von Bodenströmungen antransportierte
Quarzsande betteten die Harzknolle in Sedimentschichten ein, die sich über geologische Zeiten zu grau-olivfarbenen Quarzsandsteinen verfestigten; das Harz verdichtete sich dabei zu Bernstein. Die physikalisch-chemische Analyse winziger Splitter des Helvetikum-Fossilharzes - ca. 4,5 Milligramm - ergab, daß seine stoffliche Zusammensetzung der Kiefernart Agathis alba (Gattung der Araukarien) ähnelt, die derzeit im südpazifischen Raum wächst; gewisse Agathis-Arten werden dort kommerziell als Harzlieferanten genutzt. Das Analyse-Ergebnis paßt gut zu den gesicherten Tatsachen, daß das Weltklima vor ca. 100 Millionen Jahren wärmer als das heutige war und der damalige Helvetische Ablagerungsraum weiter südlich in der subtropischen Klimazone lag. Dieser Fossilharz-Fund kann somit als Klimaindikator angesehen werden.