ADOLF ERBSLÖH (1881–1947)

Maler, Freund und Förderer

Hrsg. v. Schloßmuseum des Marktes Murnau am Staffelsee, bearb. von Sandra Uhrig in Zusammenarbeit mit Christine Ickerott-Bilgic
Preis: 24,00 € zzgl. Versand
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ISBN: 978-3-932276-53-8
Adolf Erbslöh, 1881 geboren in New York, aufgewachsen in Barmen, ist vor allem als Vertreter der Klassischen Moderne und als Nachfolger von Wassily Kandinsky als erster Vorsitzender der "Neuen Künstlervereinigung München" (ab 1911) bekannt.

Aus wohlhabender Familie stammend, entwickelt er früh eine künstlerische Neigung und eine ausgeprägte Liebe zur Musik. Nach einem Kunststudium in Karlsruhe wechselt Erbslöh zusammen mit seinem Freund Oscar Wittenstein 1904 nach München. Hier studiert er u. a. bei Ludwig von Herterich an der Akademie der Bildenden Künste. Seine finanzielle Unabhängigkeit und das gesellschaftliche Leben, das er zusammen mit seiner Frau Adeline in München führt, ermöglichen es ihm, seinen vielfältigen Interessen, u. a. an der Luftfahrt, nachzugehen. So beteiligt er sich mit Wittenstein und großem finanziellem Eigenanteil an der Entwicklung eines Motorballons.
Zunächst gilt sein Interesse 1909 jedoch der Mitgliederanwerbung und Mitbegründung der "Neuen Künstlervereinigung München", zu welcher u. a. Wassily Kandinsky, Alexej von Jawlensky, Marianne von Werefkin, Gabriele Münter, Erma Bossi und Alexander Kanoldt, Erbslöhs Freund aus der Karlsruher Studienzeit, zählen. Adolf Erbslöh übernimmt das Amt des Schriftführers und zeigt auf der ersten Ausstellung der Vereinigung drei Werke, darunter die "Märzsonne" von 1909.
Vor allem in seinen Landschaftskompositionen entwickelt Erbslöh in den darauffolgenden Jahren eine immer stärker rhythmisierte, kubistisch-abstrahierte Auflösung, die ihn zu einem unverwechselbaren Malstil finden lässt.

Seine finanzielle Absicherung nutzt Erbslöh Zeit seines Lebens, um Freunde und Weggefährten zu unterstützen vor allem die russischen Kollegen, die durch die Oktoberrevolution 1917 nicht mehr an ihr Vermögen kamen. Mit Alexej von Jawlensky, den er sein "künstlerisches Gewissen" nennt, verbindet ihn eine lebenslange Freundschaft, die sich in ihrem Briefwechsel eindrucksvoll widerspiegelt.

Die Ausstellung zum 70. Todestag von Adolf Erbslöh zeigt neben Leihgaben, u. a. aus der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, München, den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und dem Museum für Neue Kunst, Freiburg, vor allem selten gezeigte Werke aus Privatsammlungen sowie Arbeiten seiner Weggefährten und Skulpturen seiner Tochter Ingeborg, der er ebenfalls tief verbunden zur Seite stand.
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