Wendepunkte - Die Kunst der Stunde

Rohlfs, Kandinsky, Dexel und Zeitgenossen

Mit Textbeiträgen von Karin Hellwig und Sandra Uhrig, 118 Seiten, 66 Farb- u. 10 SW.-Abb.
Schloßmuseum des Marktes Murnau 2015
Murnau am Staffelsee (Hrsg.)
Preis: 24,50 € zzgl. Versand
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ISBN: :9783932276491
Der Wendepunkt ist ein magischer Moment, der durch äußere Einflüsse, wie biographische, gesellschaftliche und politische Veränderungen, aber auch durch innere Entwicklungsprozesse ausgelöst wird.

Murnau ist bekanntlich mit einem legendären Wendepunkt untrennbar verbunden:

Der 1908 hier verbrachte Malaufenthalt der Künstler Wassily Kandinsky, Gabriele Münter, Alexej Jawlensky und Marianne von Werefkin führte nicht nur zur Gründung der „Neuen Künstlervereinigung München“, sondern auch zum Durchbruch einer neuen, expressiven Malerei und letztlich unter Kandinsky und Franz Marc 1912 zur Herausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“.

Unter dem Titel „Die Kunst der Stunde – Wendepunkte“ nimmt das Schloßmuseum Murnau diesen Umbruch zum Anlass, sich kunsthistorischen Drehmomenten im Leben und Werk der Zeitgenossen des „Blauen Reiter“ und der Künstler der Klassischen Moderne zu widmen. Von Christian Rohlfs (1849–1938), dem ein langes Künstlerleben in einer sehr spannungsreichen Zeit beschieden war und der in den Anfangsjahren seines Schaffens noch überwiegend aktuelle zeitgenössische Entwicklungen von Cézanne, Gauguin und van Gogh aufgegriffen hat, führt die Ausstellung mit Beispielen für die jeweiligen künstlerischen Schaffensperioden u. a. über August Macke (1887–1914) zu Walter Dexel (1890–1973) und Ernst Wilhelm Nay (1902–1968). Dabei werden die unterschiedlichen Gründe ihrer Richtungswechsel und deren Auswirkung innerhalb des Werkes der einzelnen Künstler untersucht.

Neben bekannten Beispielen, wie die Entwicklungen im Werk von Marc und Kandinsky, wird das Augenmerk auch auf weniger bekannte Künstler wie Auguste Herbin (1882–1960)) gelenkt, der sich von einer impressionistischen Malweise über eine kubistische Formensprache hin zu einer abstrakten Ausdrucksform entwickelte, aus der er in den 1940er Jahren eine eigene malerische Typographie entwarf. Gemeinsam ist diesen Werken der experimentelle Charakter. Sie markieren einen Bruch mit der Tradition und waren als künstlerische Experimente richtungsweisend.

Leihgaben u. a. aus den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, München, den Kunstsammlungen Weimar, dem Wallraf-Richartz-Museum, Fondation Corboud, Köln, der Kunsthalle Kiel, dem Stadtmuseum Braunschweig, der HOCHTIEF Aktiengesellschaft, Essen, sowie aus Privatbesitz geben einen anschaulichen Überblick über die unterschiedlichen Impulse dieser Wendepunkte.

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