Erma Bossi

Eine Spurensuche

Mit Textbeiträgen von Nancy von Breska-Ficovic, Bernd Fäthke, Christine Ickerott-Bilgic, Carla Pellegrini Rocca, Sandra Uhrig und Sergio Vatta.
Murnau am Staffelsee, bearb. von Sandra Uhrig
Schloßmuseum des Marktes Murnau 2013
184 Seiten, 163 Farb.-Abb., 24 SW-Abb
Preis: 28,00 € zzgl. Versand
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ISBN: 9783932276446
Die Lebensläufe der Künstler der „Neuen Künstlervereinigung München“ und der Redaktion „Der Blaue Reiter“ erfuhren nicht selten durch den 1. Weltkrieg Brüche und Wendungen,

und so ist es nicht erstaunlich, dass sich manche dieser Biographien nur lückenhaft rekonstruieren lassen. Dies trifft auch auf die am 9.6.1875 in Pula als Älteste von neun Geschwistern geborene und in Triest aufgewachsene Erminia Bosich zu, die sich ab etwa 1900 „Erma Bossi“ nannte. Über Leben und Werk war bislang nur wenig bekannt.



1908 ist Erma Bossi während eines Sommeraufenthaltes in Murnau gemeldet. Ein Interieur

von Gabriele Münter zeigt die Künstlerin zusammen mit Kandinsky am Esstisch des Münter- Hauses. Von 1909 bis 1911 war Erma Bossi an den Ausstellungen der neu gegründeten

„Neuen Künstlervereinigung München“ beteiligt. Wohl in München lernte sie auch ihre große Liebe, den Opernsänger Carlo Barrera, kennen, dessen Namen sie seit 1911 mit ihrem zu

einem Doppelnamen verband. Nach Jahren des Malstudiums und Ausstellungstätigkeiten

in München hielt sich Erma Bossi in Paris auf. Um 1919 kehrte sie dauerhaft nach Italien zurück und lebte überwiegend in Mailand, wo sie weiterhin in Ausstellungen, u. a. auf der Biennale in Venedig 1930 und 1935 vertreten ist.



So wie sie sich in frühen Arbeiten noch an französische Vorbilder wie Henri de Toulouse-Lautrec, Paul Cezanné, Paul Gaugin und Louis Anquetin orientierte und der Einfluss ihrer Künstlerkollegen Marianne von Werefkin, Alexander Kanoldt und Adolf Erbslöh deutlich

spürbar ist, blieb sie nach Experimenten mit kubistischen Stilelementen auch später dem Gegenständlichen treu, die Entwicklung der Moderne jedoch stets im Blick behaltend.



Das Schloßmuseum Murnau nimmt die in Murnau hinterlassenen Spuren Erma Bossis zum Anlass, dem Werk einer Künstlerin nachzugehen, die wie Gabriele Münter in München das Kunststudium intensivierte und sich seitdem der Malerei verschrieb. Erstmalig wird auch ihre Zeit in Triest vorgestellt.



Mit zahlreichen privaten und öffentlichen Leihgaben bildet die Ausstellung die erste Einzelausstellung

zu Leben und Werk Erma Bossis nach ihrem Tod 1952 und wirft mit noch nie gezeigten Werken

und neuen Forschungsergebnissen Licht auf ein Künstlerinnenleben, von welchem bislang nicht

einmal die Eckdaten gesichert erschienen.



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