Alpenglühen

Die Berglandschaft als Sehnsuchtsort

Mit Textbeiträgen von Sybille und Jürgen Brandes, Karin Hellwig, Christine Ickerott-Bilgic, Gosbert Schüßler und Sandra Uhrig.
Schloßmuseum des Marktes Murnau, bearb. von Sandra Uhrig und Christine Ickerott-Bilgic
Murnau am Staffelsee 2013,
150 Seiten, 101 Farb.-Abb., 4 SW-Abb
Preis: 25,00 € zzgl. Versand
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ISBN: 978-3-932276-43-9
„Die prachtvollste Erscheinung an den Alpen ist ihr flammenrothes und Purpur-Glühn bey Sonnen-Untergang. Wenn es helle Luft ist, und die Sonne am wolkenlosen Abendhimmel niedersinkt, so verlasse der Reisende Zimmer und Stadt, und suche einen günstigen Standpunkt zur Ansicht der Alpen.“ J. G. Ebel, 1809



Die Bergwelt als Kulisse, als Fluchtpunkt, als Herausforderung, als Lebens- und Schicksalsort zieht sich durch nahezu alle Zeiten, Kulturen und Religionen. Francesco Petrarcas Brief vom 26. April 1336 über seine Besteigung des Mont Ventoux wird als erster Bericht einer Bergbesteigung um ihrer selbst Willen und als Beginn des Alpinismus angesehen.



Mit dem Ausbau alter Pilger- und Handelsstraßen hatte der Alpentourismus besonders

im 18. Jahrhundert immer mehr zugenommen. Damalige Reiseberichte schildern facettenreich die Gefahren, das Geheimnisumwobene und die mannigfaltige, zum großen

Teil noch unbekannte Tier- und Pflanzenwelt. Die „Grand Tour“ über die Alpen nach Rom gehörte in England im 18. Jahrhundert als fester Bestandteil zur Ausbildung eines Gentleman. Auch heute ist trotz des Massentourismus die Anziehungskraft der Berge ungebrochen. Moderne Bergliteratur, Neuverfilmungen berühmter Erstbesteigungen und Reinhold Messners fünf Standorte umfassendes Museumsprojekt erhalten große Resonanz.



Mit dem Blick der Künstler geht das Schloßmuseum Murnau der Anziehungskraft der Bergwelt anhand einer Privatsammlung mit Werken von Christian E. B. Morgenstern, Adam Klein, Johann Jakob Dorner d. J., Heinrich Bürkel u. a. nach und führt den Betrachter über den Expressionismus mit Werken von Alexej Jawlensky, Alexander Kanoldt, Adolf Erbslöh, Marianne von Werefkin, August Macke und Ernst Ludwig Kirchner hin zur expressiven Malerei Herbert Brandls. Generationsübergreifend werden die Maler Edward Theodore Compton und sein Sohn Edward Harrison vorgestellt, die sich als leidenschaftliche Bergsteiger der Darstellung eindrucksvoller Gebirgsmotive verschrieben haben.



In der Abfolge der Berglandschaften kommt so nicht nur ein sich wandelndes Naturverständnis zum Ausdruck, sondern auch das ganz persönliche Verhältnis der Künstler zu einer ganz besonderen Herausforderung.



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