Murnau
(Friedrich Wilhelm) in Murnau

Der Stummfilm-Regisseur der 1920er Jahre

Der Stummfilm-Regisseur der 1920er Jahre
Mit Beiträgen von Brigitte Salmen, Daniela Sannwald, Elisabeth Tworek,
Jürgen Müller, Jörn Hetebrügge und Nils Meyer
bearb. von Brigitte Salmen
Murnau am Staffelsee 2003
110 Seiten, 119 SW-Abb., 18 Farb-Abb.
Preis: 10,00 € zzgl. Versand
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ISBN: 978-3-932276-16-3
Der Stummfilmregisseur der 1920er Jahre



Das Schloßmuseum Murnau widmet anläßlich des 10. Jubiläums seines Bestehens dem Stummfilmregisseur Friedrich Wilhelm Murnau eine Sonderausstellung. Mit seinen in den 1920er Jahren gedrehten Filmen "Nosferatu. Eine Symphonie des Grauens", "Faust" und "Sunrise" erlangte das Werk Murnaus internationale Anerkennung.

1888 als Friedrich Wilhelm Plumpe in Bielefeld geboren, besucht er erstmals 1910 als Student den Ort Murnau, wo Max Reinhardt William Shakespeares "Ein Sommernachtstraum" als Freilichtaufführung im Park des Architekten Emmanuel von Seidl inszeniert. Mit der Umbenennung seines Geburtsnamens "Plumpe" in den Künstlernamen "Murnau", die er kurze Zeit später vornimmt, bestärkt er seinen hier gefaßten Entschluß, künstlerisch neue Wege zu gehen. Murnau geht an die Schauspielschule Reinhardts in Berlin und erscheint 1912 das erste Mal in Wien auf einem Programmzettel als "Wilhelm Murnau" in einer Inszenierung Reinhardts. 

Nach dem 1. Weltkrieg wendet sich Murnau dem aufstrebenden Medium Film zu und beginnt als Regisseur zu arbeiten. Er entwickelt sich durch seine Erfolge in den 1920er Jahren zu einem der wegweisenden Stummfilmregisseure Deutschlands.

Bis 1926 entstehen u. a. die Filme "Der Gang in die Nacht", "Nosferatu" und mit dem Schauspieler Emil Jannings in der Hauptrolle "Der letzte Mann", "Tartüff", und "Faust". 

1925 schließt Murnau einen Vierjahresvertrag mit dem amerikanischen Produzenten William Fox. Sein erster in Hollywood gedrehter Film "Sunrise" wird 1927 mit zwei Oscars ausgezeichnet. Es folgen "4 Devils" (1928) und "City Girl" (1929). Seine letzter Film "Tabu" entsteht 1930 in Zusammenarbeit mit dem Dokumentarfilmregisseur Robert J. Flaherty in der Südsee. Die Erstaufführung in New York erlebt Murnau nicht mehr. Er stirbt am 11. März 1931 in der Nähe von Los Angeles an den Folgen eines Autounfalls. 

Nur zwölf von ursprünglich 21 Filmen Murnaus sind erhalten. Sie sind bedeutsame Zeugnisse seines epischen Stils, der in hohem Maße von Blickinszenierungen lebt. Zu Murnaus Innovationen zählt die Verwendung der "entfesselten Kamera", die er virtuos mit seinem Kameramann Karl Freund erstmals 1924 bei Dreharbeiten zu "Der letzte Mann" einsetzte. 

Diese freie Handhabung der Kamera ermöglichte Aufnahmen, die die Empfindungen der Akteure intensiver verbildlichen konnten.
Wie kein anderer Regisseur hat sich Murnau für sein Filmschaffen an der Bildenden Kunst orientiert. Immer wieder haben Filmhistoriker zeigen können, wie sehr die klassischen Werke der Malerei, aber auch zeitgenössische Bilder für ihn von Bedeutung waren. 

Der Regisseur Eric Rohmer hat Murnau einmal als den größten Maler bezeichnet. Jedoch ging es Murnau nicht um eine sklavische Nachahmung der Malerei, vielmehr war er darum bemüht, spezifische Möglichkeiten als "Bewegungsbilder" zu erkunden. 
Die Ausstellung konzentriert sich auf die Hauptwerke Murnaus, spürt dabei aber vor allem den Einflüssen nach, die das Theater, die historische und zeitgenössische Literatur sowie die klassische Kunstgeschichte auf sein Werk ausübten.

Sie spannt einen Bogen von seinen schauspielerischen Anfängen bis zu seinen großen Regieerfolgen in Deutschland und Amerika und geht auf seine Freunde, Mitarbeiter und Wegbegleiter wie Hans Ehrenbaum-Degele und Else Lasker-Schüler ein. In der Gegenüberstellung mit Vorbildern aus der Kunstgeschichte - Werke von Carl Spitzweg, Georg Friedrich Kersting, Franz von Stuck und Alfred Kubin und anderen - wird der Besucher auf seinem Rundgang durch Leben und Werk Murnaus eingeladen, in einen lebendigen Dialog zwischen Film und Bildender Kunst zu treten. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die zahlreichen Dokumente, Modelle, Drehbücher und Fotografien aus dem Umfeld der Filmproduktionen.



Die Ausstellung konzentriert sich auf die Hauptwerke Murnaus, spürt dabei aber vor allem den Einflüssen nach, die das Theater, die historische und zeitgenössische Literatur sowie die klassische Kunstgeschichte auf sein Werk ausübten. Sie spannt einen Bogen von seinen schauspielerischen Anfängen bis zu seinen großen Regieerfolgen in Deutschland und Amerika und geht auf seine Freunde, Mitarbeiter und Wegbegleiter wie Hans Ehrenbaum-Degele und Else Lasker-Schüler ein.



In der Gegenüberstellung mit Vorbildern aus der Kunstgeschichte - Werke von Carl Spitzweg, Georg Friedrich Kersting, Franz von Stuck und Alfred Kubin und anderen - wird der Besucher auf seinem Rundgang durch Leben und Werk Murnaus eingeladen, in einen lebendigen Dialog zwischen Film und Bildender Kunst zu treten. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die zahlreichen Dokumente, Modelle, Drehbücher und Fotografien aus dem Umfeld der Filmproduktionen.



Begleitend zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.

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