Hinterglasmalerei in Südbayern

"...welche zuweilen Kunstwerth haben."

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ISBN: 978-3-932276-15-6
Hinterglasmalerei in Südbayern 18. und 19. Jhd



Als Joseph Rudhart 1827 den Hinterglasbildern seiner Zeit zuweilen Kunstwert zusprach, besaßen sie bereits ein überwiegend volkstümliches Erscheinungsbild. In den Jahrzehnten zuvor glichen die Hinterglaswerke in ihren Motiven und im Stil denen der qualitätvollen Ölmalerei, waren darüber hinaus aber von besonderer Kunstfertigkeit, da das Malen hinter Glas keine Korrekturen zuläßt.



Diese Malerei hatte sich in Südbayern - in Murnau, Seehausen, Uffing und Oberammergau und parallel dazu auch in Augsburg - zu einem blühenden Gewerbe entwickelt, dessen Produkte über Kraxenträger und Verleger nicht nur in Bayern, sondern in ganz Europa, von Stockholm und St. Petersburg bis nach Spanien und weiter bis nach Amerika verkauft wurden.


Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts wandelte sich der Stil der Hinterglasmalerei: am Staffelsee und in Oberammergau malte man nun zunehmend volkstümlich geprägte Bilder in großen Serien. Sie hatten vereinfachte, flächige Formen, leuchtende Farben und waren mit Konturen gemalt. Schließlich entwickelten sich "Kartuschbilder" mit üppigem Blumendekor, die in großen Mengen an Wallfahrtsorten, als Namenspatrone usw. begehrt waren.



Die Ausstellung gibt einen Einblick in diese fast 200jährige Geschichte der Hinterglasmalerei in Augsburg, Murnau, Seehausen, Uffing und Oberammergau und verdeutlicht auch die Beziehungen zur angrenzenden Tiroler Hinterglaskunst.



Mit signierten und datierten Bildern werden die einzelnen Orte und Maler mit ihren Werken vorgestellt, um ein detailliertes Bild der regionalen Besonderheiten zu vermitteln. 
Dabei werden nicht nur stilistische und herstellungstechnische Zusammenhänge sichtbar, sondern auch die Vielfalt der Bildthemen wie Landschaften und Veduten, Allegorien und Porträts, Szenen des Alten und Neuen Testaments, Votivbilder und Heilige. 
Aufschlußreich sind auch die künstlerischen Vorbilder der Maler. Über Kupferstiche und Schabblätter, vor allem der Augsburger Verlage, läßt sich nachvollziehen, wie schöpferisch sie mit den Vorlagen - die häufig berühmte Werke der Malerei reproduzierten - in ihrer Malerei umgingen.

So entsteht ein lebendiges Bild dieses ehemals weit verbreiteten Zweigs der Malerei, der heute auch noch in Murnau fortgeführt wird. Eine Reihe von Bildern aus heutiger Zeit gibt einen vielfältigen Einblick in die aktuellere Beschäftigung mit dieser Maltechnik.

Begleitend zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.

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